
Nicht-chirurgische Parodontaltherapie

Parodontitis-Behandlung in Basel
Kurz erklärt: Nicht-chirurgische Parodontaltherapie
Die nicht-chirurgische Parodontaltherapie (Scaling & Root Planing, SRP) ist der entscheidende erste Schritt in der Behandlung von Parodontitis – einer chronischen Entzündung, die den Zahnhalteapparat schädigt und unbehandelt zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen kann.
Ziel dieser Therapie ist es, Bakterien, Biofilm und harte Beläge unter dem Zahnfleisch gründlich zu entfernen, damit sich die Entzündung zurückbildet und das Gewebe heilen kann.
In unserer Praxis in Basel-Stadt arbeiten wir mit modernster Ultraschalltechnik, Erythritol-Airflow, feinen Küretten, optischer Vergrösserung und – wo sinnvoll – adjuvanter Biologie.
Symptome, bei denen SRP notwendig ist
Zahnfleischbluten
Mundgeruch
Zahnfleischrückgang
Empfindliche oder „längere“ Zähne
Zahnlockerung / Druckgefühl
Sichtbare Beläge unter dem Zahnfleisch
Sensibilität beim Kauen
Parodontitis ist meist schmerzfrei, wird deshalb oft zu spät erkannt – regelmässige Kontrollen sind entscheidend.
Ablauf der Behandlung
1. Diagnose & Befundaufnahme
Parodontalstatus (Taschentiefe, Blutung, Rezession)
3D- oder Röntgendiagnostik
Mikrobiologische oder entzündungsbezogene Risikobeurteilung
2. Biofilm-Management (Vorphase)
Professionelle Zahnreinigung
Airflow (Erythritol) zur schonenden Entfernung von Biofilm oberhalb des Zahnfleischs
3. Geschlossene Parodontaltherapie (SRP)
Reinigung der Zahnfleischtaschen mit Ultraschall
Glättung der Wurzeloberflächen (Root Planing)
Selektive manuelle Instrumente für komplexe Wurzelmorphologien
Optional: Lokale Antibiotika, PDT, PRF, bei fortgeschrittenen Fällen
4. Reevaluation (nach 6–12 Wochen)
Kontrolle der Taschentiefe & Entzündungsparameter
Bewertung des Therapieerfolgs
Entscheidung über Stabilisierung oder weiterführende Therapie
5. Parodontales Recall (Erhaltungstherapie)
3–4-monatige Intervalle
Nachweislich essenziell für den Langzeiterhalt
Mögliche Vorteile und Behandlungsziele
Schonend & minimalinvasiv
Wirksamste Erstbehandlung bei Parodontitis
Reduziert zuverlässig Entzündung & Blutung
Verbessert Atem, Ästhetik & Zahnfleischgesundheit
Kann chirurgische Eingriffe vermeiden
Verbessert systemische Gesundheit (Herz-Kreislauf, Diabetes)*
* Parodontitis ist wissenschaftlich mit systemischen Erkrankungen assoziiert.
Wissenschaftliche Einordnung
SRP ist der Goldstandard der Ersttherapie
Reduktion von Taschentiefe & Blutung signifikant belegt.
Cobb CM. (2002). J Periodontol. PMID: 11846100
Airflow mit Erythritol ist gewebeschonend & effektiv
Weniger abrasiv bei gleicher Biofilmreduktion.
Hägi TT et al. (2013). Clin Oral Investig. PMID: 22581462
PDT (photodynamische Therapie) als Ergänzung wirksam
Reduktion von Bakterien & Entzündungsmarkern, v. a. bei refraktären Fällen.
Azarpazhooh A. et al. (2010). J Periodontol. PMID: 20450357
Regelmässige Erhaltungstherapie verhindert Langzeitverluste
70–90 % geringere Progression bei 3–4-Monats-Recall.
Axelsson P, Lindhe J. (1981). J Clin Periodontol. PMID: 6947997
Parodontitis & Allgemeinerkrankungen
Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen & Diabetes gut dokumentiert.
Tonetti MS et al. (2013). J Clin Periodontol. PMID: 23574467
Kosten und individuelle Planung
(individuell nach Taschentiefe, Quadrantenzahl & Zeitaufwand)
Leistung | Richtwert |
Parodontalstatus / Diagnose | 80 – 150 |
Nicht-chirurgische Parodontaltherapie (SRP, pro Quadrant) | 180 – 300 |
Full-Mouth-SRP (gleicher Tag) | 600 – 1’200 |
PDT / adjuvante Therapie (optional) | 80 – 200 |
Nachkontrolle & Reevaluation | 100 – 180 |
Häufige Fragen
Ist SRP schmerzhaft?
In der Regel nein – die Behandlung erfolgt mit Lokalanästhesie und modernen, vibrationsarmen Geräten.
Wie lange hält das Ergebnis?
Mit guter Mundhygiene und regelmässigem Recall sehr lange – ohne Nachsorge kehrt Parodontitis zurück.
Kann man Parodontitis heilen?
Die Entzündung kann kontrolliert und gestoppt werden – entscheidend sind Langzeitpflege & Recall.
Wann brauche ich eine chirurgische Therapie?
Nur bei tiefen, komplexen Taschen oder anatomischen Hindernissen, die nicht-chirurgisch nicht erreichbar sind.
Zusammenfassung
Die nicht-chirurgische Parodontaltherapie ist der entscheidende Schritt, um Entzündungen zu stoppen, Zähne zu erhalten und Ihre langfristige Mundgesundheit zu sichern.
Wenn Sie Zahnfleischbluten, Mundgeruch oder Zahnlockerung bemerken, beraten wir Sie in Basel gerne – individuell, schonend und wissenschaftlich fundiert. Gemeinsam stoppen wir die Entzündung und schützen Ihre Zähne langfristig.
Diagnostik und Planung
Die Planung orientiert sich an einer strukturierten parodontalen Befundaufnahme. Entscheidend sind unter anderem Entzündungszeichen, Sondierungstiefen, Blutung, Rezessionen, Knochenverhältnisse, Mundhygiene und individuelle Risikofaktoren. Therapie und Nachsorge werden daran angepasst.
Grenzen, Risiken und Alternativen
Der Behandlungserfolg hängt wesentlich von Entzündungskontrolle, häuslicher Mundhygiene und regelmässiger Erhaltungstherapie ab. Rauchen, Diabetes, ausgeprägte Defekte oder fortgeschrittener Knochenverlust können die Prognose beeinflussen. Nicht jede Ausgangssituation lässt sich vollständig anatomisch rekonstruieren.
Nicht-chirurgische Parodontaltherapie in Basel: Erfahrung und Einordnung
In unserer Praxis in Basel verbinden wir systematische Diagnostik mit einer klaren Erhaltungsstrategie. Parodontale und rekonstruktive Aspekte werden gemeinsam betrachtet; bei komplexen parodontalchirurgischen Fragestellungen erfolgt die Behandlung bei Bedarf in Zusammenarbeit mit entsprechend spezialisierten Kolleginnen und Kollegen. Mehr zu Ausbildung und Qualifikation von Dr. Thomas Gasser.
Verwandte Themen auf unserer Website
Je nach Ausgangslage können auch Parodontitischirurgie, Mundgeruch (Halitosis) oder Dentalhygiene relevant sein. Weitere zahnmedizinische Leistungen in Basel finden Sie in der Leistungsübersicht.
Literatur und Leitlinien
European Federation of Periodontology – klinische Leitlinien
PubMed – aktuelle Literaturrecherche zu Nicht-chirurgische Parodontaltherapie
Die Literaturhinweise dienen der fachlichen Einordnung. Welche Erkenntnisse für eine konkrete Behandlung relevant sind, hängt von Diagnose, Ausgangslage und individueller Risikoabwägung ab.

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